Rückblick

Rückblick 2017

Der neue Direktor der boot, Petros Michelidakis, strahlte über das ganze Gesicht. Nach der Frage von BOOTE EXCLUSIV-Chefredakteur Marcus Krall, ob er froh sei, dass die German Superyacht Conference (GSC) nun auch einmal in Düsseldorf stattfinde, sprudelte es förmlich aus ihm heraus: „Natürlich. Damit wird der Superyachtbereich auf der boot noch weiter gestärkt. Gerade für dieses Segment sehe ich den kommenden Jahren ein großes Potenzial auf unserer Messe.“ Dass die boot sich auch als GSC-Unterstützer engagiert, liegt dabei fast auf der Hand; möglich wurde die Veranstaltung zu dem durch die Sponsoren Wolz Nautik, Pantaenius und erstmals Tai Ping.

Rund 120 Gäste hatten sich für sechs Vorträge und ein anschließendes Networking im Hotel Intercontinental an der berühmten Königsallee angemeldet.

Als erster Referent stieg dabei Martin Bremer auf die Bühne, der bei der Daimler AG das Corporate-Design und die Designstrategie verantwortet. Etwas übernächtigt, weil grippegeschwächt, erklärte der Markenprofi zunächst den Designcode von Mercedes – „Sensual Purity“ – und schlug dann den Bogen vom Automotive- zum Yachtdesign. Schließlich legte in diesem Sommer erstmals die Arrow460-Granturismo ab, ein Daycruiser, den Silver Arrows Marine und Mercedes-Benz Style gemeinsam gestalteten. „Wir entwickeln derzeit verschiedene Konzepte für modernen Luxus“, so Bremer. Der Designtransfer gelinge inzwischen auch bei Jets oder Immobilien. Die als Abschluss gezeigte Studie einer 300-Meter-plus-Yacht sei in des noch eine weit entfernte Vision…

Dass der nächste Redner von Ersatzmoderator Marcus Krall (Michael Antwerpes war krankheitsbedingt ausgefallen) als Entertainer angekündigt wurde, war keine Übertreibung. Alberto Galassi, CEO der Ferretti-Gruppe, erklärte – bestens aufgelegt –, warum er im kommenden Jahr eigentlich 50 Prozent mehr Ausstellungsfläche in Halle 6 benötigt und wie er das Werftenkonglomerat innerhalbzweier Jahre von „defizitär“ auf „profitabel“ gedreht hat. „Der größte Feind bei Umstrukturierungen“, gab der eloquente Italiener den Zuhörern mit auf den Weg, „ist der Satz: Das haben wir schon immer so gemacht.“

Einem seiner ärgsten Mitbewerber konnte Galassi im Anschluss zuhören. Antony Sheriff, CEO von Princess Yachts, referierte sehr detailliert über Chancen und Risiken des Brexit und zeichnete, insbesondere für sein Unternehmen, ein nicht so düsteres Bild.

Den GSC-Nachmittag eröffnete dann Dr. Jens Ludmann, ehemals Bavaria-Yachts-CEO und jetzt Vorsitzender der Geschäftsführung von FEV Europe. Mit Yachting- und Automotive-Erfahrung ausgestattet, skizzierte Ludmann mögliche Ansätze für alternative Antriebe und neue Fertigungstechniken, kurzum, was sich Werften von Autoherstellern abschauen können.

Marnix Hoekstra und Bart Bouwhuis, Kreativdirektoren von Vripack, mahnten ebenfalls frische Gedanken an, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Unterstützt von Virtual Reality hieß ihr äußerst unterhaltsamer Vortrag „Thinking out of the box“.

Prof. Dr. Christoph Schließmann sprach zum Abschluss über Garantie und Gewährleistung.